Privatinsolvenz

On 6. Dezember 2013

Privatinsolvenz

Viele Haushalte sind hoffnungslos verschuldet und kommen ohne Hilfe nicht mehr davon los. Seit 1999 ist es auch Privatpersonen gestattet, ein Insolvenzverfahren zu beantragen. Doch der Weg bis zur endgültigen Schuldenbefreiung ist steinig und viele scheuen sich deshalb davor. Doch ist die Wohlverhaltensphase erst einmal beendet, dann sind die Betroffenen ihre Schulden los. Das gilt allerdings nicht für Schulden, die durch Geldstrafen oder durch Schadensersatzforderungen entstanden sind. Diese fallen nicht unter die Privatinsolvenz.

Wie funktioniert die Privatinsolvenz?

Zunächst muss der Schuldner versuchen, eine außergerichtliche Einigung mit seinen Gläubigern zu erzielen. Gelingt dies nicht, wird das Amtsgericht eingeschaltet. Alle Einkünfte und Verbindlichkeiten muss der Schuldner nun offenlegen. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird vom Gericht ein Treuhänder bestellt, der sich um die finanziellen Transaktionen kümmert. Der Schuldner muss, wenn vorhanden, sechs Jahre lang den pfändbaren Teil seines Einkommens an den Treuhänder abtreten. Dieser teilt das Geld unter den Gläubigern auf und überweist Monat für Monat die Beträge. Während dieser Zeit darf der Schuldner keine neuen Schulden machen. Arbeitslose müssen jeden Job annehmen. Lässt sich der Schuldner in den sechs Jahren nichts zuschulden kommen, sind seine Restschulden getilgt. Die Höhe des pfändbaren Einkommens liegt ohne Unterhaltszahlungen bei rund 1.030,- Euro.

Die Privatinsolvenz und die Schufa

Die Insolvenz wird der Schufa gemeldet und auch dort eingetragen. Die Meldung bleibt bis zur Dauer des Insolvenzverfahrens und danach noch weitere drei Jahre als Erledigungsvermerk sichtbar. Aber die Sache hat auch einen Einfluss auf den Schufa Score. Die wenigsten Verbraucher können jedoch damit etwas anfangen. Deshalb folgt hier eine kleine Erklärung.

Das Scoring gibt einen Prognosewert wieder, der Auskunft darüber geben soll, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls ist. Die Daten werden anhand von Erfahrungswerten erhoben. Große Datenmengen müssen dazu analysiert und ausgewertet werden. Je höher der Prozentsatz nach der Auswertung ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass der Kreditnehmer seine Schulden bezahlt. Im Fall einer Insolvenz weist dieses Scoring jedoch ganz schlechte Werte auf. Trotz erfolgreich durchgeführtem Insolvenzverfahren wird der Betroffene so schnell keinen Handyvertrag oder einen Kredit abschließen können.

Wichtig zu wissen ist auch, dass sich die Scorewerte ändern können. Maßgeblich ist die Art des Unternehmens, die den Scorewert abfragt. Ein Mobilfunkanbieter bekommt demnach andere Werte mitgeteilt, als zum Beispiel eine Autoversicherung. Im Gegensatz zu bezahlten Rechnungen oder erledigten Insolvenzverfahren werden Scoringwerte gar nicht gelöscht. Es findet lediglich eine Aktualisierung des Wertes statt. Schon allein aus diesem Grund sollte man sich immer wieder mal informieren, wie hoch der Wert tatsächlich ist. Sonst wundert man sich am Ende, dass kein Kreditvertrag zustande kam oder man auf das gewünschte Vertragshandy verzichten muss. Ob diese Praxis Sinn macht, steht auf einem anderen Papier. Fest steht auch, dass schon viele Verbraucher keinen Kredit bekommen haben, weil der Schufawert nicht aktuell war.

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