Schufa Score

On 4. Oktober 2013
Schufa Score
 
Schon seit vielen Jahren speichert die Schufa, eigentlich SCHUFA Holding AG, die Daten von Verbrauchern. Seit 2006 auch die von Unternehmen. Bei diesen Daten handelt es sich jedoch nicht um sensible Eintragungen, wie nationale Herkunft, Religionszugehörigkeit, ledig oder verheiratet, etc. Die Holding speichert die Adresse, das Geburtsdatum und die „Zahlungsmoral“ der Verbraucher in Deutschland. Diese werden statistisch ausgewertet und in den Schufa Score umgewandelt. Dieser Schufa Score wird in einer Prozentzahl angegeben, die von jedem, der dieses beantragt, eingesehen werden kann. So kommt es zur berüchtigten Schufa Auskunft. Es gibt den Basisscore, den Branchenscore, den Negativscore und den Positivscore.

Schufa Score … Wozu das alles?
Diese Werte werden ermittelt, um all jene aus der Wirtschaft, die Kredite vergeben, vor möglichen Zahlungsausfällen, zu schützen. Hierzu gehören neben den Banken Autohäuser, Versandhäuser und Telekommunikationsanbieter. Aus diesem Grund werden die erbrachten oder überfälligen Zahlungsverpflichtungen der Verbraucher, kombiniert mit einer Wahrscheinlichkeitsberechnung – es besteht immer die Möglichkeit, dass jemand seine Rechnungen nicht bezahlen kann – zum Schufa Score zusammengefasst. Der Basisscore umfasst sämtliche Vorgänge, während der Branchenscore sich auf das jeweilige Geschäftsgebiet bezieht. So bekommt die Telekom, beispielsweise, keine Schufa Auskunft darüber, wie viele Konten jemand betreibt und ob derjenige seine Leasingraten immer regelmäßig gezahlt hat.

Wie kommt die Schufa an die Daten?
Einige holt sich die Schufa selbst. Bei jenen handelt es sich um öffentlich einsehbare Vorgänge, wie Zwangsvollstreckungen. Alle sonstigen Daten werden von den teilnehmenden Unternehmen geliefert. Je nachdem, ob bei dem jeweiligen Unternehmen alles in geregelten Bahnen läuft oder ob Zahlungen offen sind, fließen die Werte in den Positiv- oder in den Negativscore. Während die Schufa zwar fleißig von allen die Daten sammelt, gibt sie diese nicht geballt wieder heraus. So erhalten ausschließlich Kreditinstitute, Kreditkartengesellschaften und Leasinggesellschaften den positiven und den negativen Schufa Score, wenn sie eine Schufa Auskunft einholen. Handel und Telekommunikationsunternehmen bekommen den Negativscore. Inkassounternehmen erhalten nur allgemeine Daten, wie die Adresse.

Kann ich mich zur Wehr setzen?
Ja! Sobald für einen Geschäftsabschluss die Einwilligung in die „Schufa-Klausel“ gefordert wird, kann dies abgelehnt werden. Allerdings könnte das zur Folge haben, dass das Geschäft nicht zustande kommt. Die Unternehmen fordern nun einmal so viele Sicherheiten, als möglich. Außerdem kann bei der SCHUFA Holding AG direkt, auf schriftlichem Weg, gegen die Weitergabe der Daten widersprochen werden. Sollte sich herausgestellt haben, dass mit dem Eintrag bei der Schufa etwas nicht stimmt, hat auch jeder Verbraucher das Recht, sich einmal pro Jahr, eine Schufa Auskunft einzuholen. Auch wer einfach nur neugierig ist, kann dies tun. Der Verbraucher erhält dann den Basisscore zugesendet. Je höher die dort aufgeführte Prozentzahl ist, um so besser steht es um seine Bonität. Doch selbst, wenn der Bürger immer alle Rechnungen pünktlich beglichen hat, wird er in seiner Selbstauskunft keine 100 % finden. Da hat sich die Schufa nicht vertan, das liegt an der Wahrscheinlichkeit, die besagt, dass der Bürger in einen finanziellen Engpass geraten kann. Schließlich sind die Schufa Werte auf zukünftiges Verhalten ausgelegt, nicht auf vergangenes. Sollte tatsächlich ein Fehler vorliegen, zum Beispiel ein Wert um die 50 %, obwohl immer pünktlich gezahlt wurde, muss die Schufa, nach schriftlicher Bekanntgabe, die Werte ändern.

Ist irgendwo erklärt, wie genau die Schufa den Score berechnet?
Nein! Dies wird auch weiterhin ein Geheimnis der Schufa bleiben. Dieses basiert, unter anderem, darauf, dass in den USA die Berechnungen offengelegt wurden und sich daraufhin ein ganzer Wirtschaftszweig entwickelt hat, der sich damit beschäftigt, die Werte zu schönen. Somit waren die Scores falsch und die Auskunft für Unternehmen wertlos. Für manch ein Geschäft kann es schnell um die Existenz gehen, wenn, aufgrund falscher Werte, Kredite vergeben wurden, die nie zurückgezahlt werden …
 

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